Die Veröffentlichung der DIN SPEC 6636 brachte keine Schlagzeile. Aber sie wäre eine Wert gewesen: Zum ersten Mal sprach sich die öffentliche Verwaltung in Deutschland für die Einfache Sprache aus. An der Spitze der Unterzeichner*innen der Norm-Empfehlung stehen einige Ministerien – oder auch die Deutsche Rentenvesicherung. Die Anwendung beschränkt sich auf Online-Portale. Aber es ist ein Anfrang, sagt Uwe Roth. „Wir müssen die Institutionen nun beim Wort nehmen“, fordert er in seinem neuesten Blog auf leichtgesagt.eu.
DIN SPEC 66336: Ministerien vereinbaren Einfache Sprache weiterlesenKategorie: Allgemein
Willkommen!

WAS GIBTS NEUES?
Hier ist die aktuelle Ausgabe unseres Rundbriefs in PDF: April 2026
MELDUNGEN +++ Irrtum über „Einfache Sprache“ +++ Fantasie-Wörter sind Gift für die Verständlichkeit+++ Lawinen-Warndienste suchen verständliche Sprache +++ Wie verständlich muss Einfache Sprache erklärt werden? +++ Einfache Sprache braucht Förderung: ideell und finanziell +++
Unser Portal arbeitet mit dem DACH-Forum Einfache Sprache zusammen:
DACH-Forum Einfache Sprache
Aufruf: Mehr Verständlichkeit für alle! (PDF)
>>> Infos zu weiteren Aktivitäten des DACH-Forums folgen!
INFORMATIONEN
WO SIND GUTE BEISPIELE FÜR EINFACHE SPRACHE?
WIE IST EINFACHE SPRACHE GEREGELT?
WER SCHREIBT TEXTE IN EINFACHER SPRACHE?
WAS BIETEN KI-TOOLS FÜR DIE EINFACHE SPRACHE?
WIE PRÜFT MAN TEXTE AUF EINFACHE SPRACHE?
UNSER ANLIEGEN
Das Infoportal ist ein gemeinnütziges Angebot für alle Interessierten. Wir machen keine Werbung für Dienste oder Tools. Wir verdienen nichts mit unseren Leistungen. Wir wollen nur die Einfache Sprache voranbringen – mit dem DACH-Forum und allen Aktiven unseres Netzwerkes!
Herausgeberteam: Sabine Manning, Bettina Mikhail und Uwe Roth
Bildnachweis: Foto (Ausschnitt)
Irrtum über „Einfache Sprache“

Wie setzen Schreiber und Sprecher verständliche Sprache richtig ein?
Auf der didacta 2026 in Köln hat der Deutschlandfunk sein Programm „Nachrichtenleicht“ vorgestellt. Dazu waren Experten in der Live-Sendung „Campus und Karriere“*) eingeladen. Gidon Wagner von Wortliga sprach in der Sendung über irrtümliche Vorstellungen von „Leichter“ und „Einfacher“ Sprache. Seine Gedanken hatte er kurz zuvor in einem Infobrief**) geteilt. Wir wollen sie (mit seinem Einverständnis!) als Anregung weitergeben:
Irrtum über „Einfache Sprache“ weiterlesenFantasie-Wörter sind Gift für die Verständlichkeit
Nur allgemein bekannte Wörter zu verwenden, das gehört zum Grundverständnis der Einfachen Sprache. Die Regeln dazu stehen in der DIN 8581-1. Influencer, PR- und Werbe-Fachleute machen exakt das Gegenteil: Sie erfinden Begriffe. So wie diese ihnen in den Kopf kommen. Also reine Fantasie. Uwe Roth vom Portaleinfach-Team erklärt in seinem neuesten Blog, was es mit dem Phänomen Kofferwörtern auf sich hat.
Fantasie-Wörter sind Gift für die Verständlichkeit weiterlesenLawinen-Warndienste suchen verständliche Sprache
Weg von technischen Begriffen, hin zu Beschreibungen, die intuitiv verständlich sind. Die Lawinen-Warndienste in den Alpen versuchen, eine verständlichere Sprache zu finden. Auch ohne großes Vorwissen soll klar sein: Je höher die Warnstufe, desto größer die Lawinengefahr, heißt es in einem Blogbeitrag des Lawinen-Warndienstes für Tirol, Südtirol und das Trentino.
Lawinen-Warndienste suchen verständliche Sprache weiterlesenWie verständlich muss Einfache Sprache erklärt werden?
Theorie und Praxis: Wer über Einfache Sprache spricht/schreibt, sollte sie in der Praxis beherrschen. Wer einen Fach-/Erklär-Text schreibt, sollte dies mit Regeln der Einfachen Sprache nach DIN 8581-1 tun. Unser Portalmitglied Uwe Roth weiß, dass er mit solchen Forderungen provoziert. Aber wer von anderen Verständlichkeit fordert, sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Das beweist Respekt vor den Lesenden. Zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Kompetenz besteht ein himmelweiter Unterschied. Um diesen auszugleichen, muss man Schreiben in Einfacher Sprache trainieren. Zum neuesten Blog von Uwe Roth.
Wie verständlich muss Einfache Sprache erklärt werden? weiterlesenEinfache Sprache braucht Förderung: ideell und finanziell
Es ist wie beim Has- und Igel-Spiel: Kaum ist ein Einfache-Sprache-Projekt am Start, ist die Leichte Sprache mit ihrem Projekt schon am Ziel. Grund: Leichte Sprache wird von unterschiedlichen Seiten finanziell gefördert.
Vor allem der Staat gibt für die Leichte Sprache Geld aus. Aber auch Universitäten tun es. Das beschleunigt die Sache.
Einfache Sprache geht hingegen leer aus. Die Suche nach privaten Sponsoren und Auftraggebern gestaltet sich in der Regel schwierig.
Das muss sich ändern, sagt Uwe Roth in seinem neuesten Blog auf seiner Seite leichtgesagt eu. Einfache Sprache hat sich in der Praxis längst bewährt. Nur wissen das viel zu wenige (die Zuschüsse geben könnten).
Einfache Sprache braucht Förderung: ideell und finanziell weiterlesenMan schafft mit Einfacher Sprache auch das Lieferketten-Gesetz
Das Lieferketten-Gesetz heißt im Original des deutschen Gesetzgebers „Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz“. Die Urheber können begründen, warum es so monströs heißen muss. Tatsächlich spielt der Begriff Kritikern des Gesetzes in die Hände, die es als Bürokratie-Monster verunglimpfen. Der DGB hat eine Broschüre in Einfacher Sprache (ohne dies so zu bezeichnen) veröffentlicht. Die zeigt nun, dass die Kontrolle der Lieferketten im Interesse der Beschäftigten ist – weltweit. Unser Team-Mitglied Uwe Roth war an der Redaktion beteiligt.
Lieferketten-Gesetz kurz erklärt
Man schafft mit Einfacher Sprache auch das Lieferketten-Gesetz weiterlesenElternhaus entscheidend für die Lesekompetenz

Bildung wird vererbt. Das bestätigt erneut eine Untersuchung aus Österreich: Der Bildungshintergrund der Eltern beeinflusst die Lesekompetenz fast genauso stark wie der eigene Bildungsabschluss. Laut einer Analyse von Statistik Austria zum aktuellen PIAAC-Bericht hat zwar der eigene Abschluss den größten Effekt. Das Bildungsniveau der Eltern spielt aber ebenfalls eine zentrale Rolle. Unterschiede aufgrund der Herkunft können durch formale Bildung daher nur teilweise ausgeglichen werden, betont Manuela Lenk von Statistik Austria.
Elternhaus entscheidend für die Lesekompetenz weiterlesenJuristen-Deutsch in Einfacher Sprache möglich – sagt DIN ISO
Ein internationales Team aus Fachleuten hat den Bereich für die Anwendung der ISO 24495 Plain Language/Einfache Sprache um die juristische Kommunikation erweitert.
Nun liegt mit der DIN ISO 24495-2 die deutsche Fassung vor.
Das Totschlag-Argument, Einfache Sprache könne nicht rechtssicher sein, hat seine Wirkung verloren. Nun müssen Kanzleien, Gutachter, Staatsanwaltschaften, Gerichte und die öffentliche Verwaltung von der Wirksamkeit überzeugt werden. Sicher Schwerstarbeit.
Unser Team-Mitglied Uwe Roth hat in der Schlussredaktion der deutschen Norm mitgearbeitet. Hier sein Blog.
12.01.2026
