Seit Juni 2025 ist das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) in Österreich in Kraft. Es verpflichtet Unternehmen, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten, und gibt Verbraucher*innen das Recht, Verstöße zu melden. Ein Jahr später fällt die Bilanz zwiespältig aus: Das Gesetz existiert, wird aber wenig genutzt.
GPTs sind Versionen von ChatGPT, die man für bestimmte Aufgaben einrichten kann. Diese Tools haben neue Möglichkeiten für die Arbeit mit Einfacher Sprache eröffnet: Sie können erste Entwürfe erstellen, schwierige Inhalte strukturieren, Fachbegriffe erklären oder auf sprachliche Verständlichkeitsprobleme hinweisen.
Zugleich entstehen aber auch Risiken: Ein Text kann verständlicher klingen, ohne dass seine Bedeutung vollständig erhalten bleibt. Vereinfachungen und Zusammenfassungen können zu Auslassungen, Bedeutungsverschiebungen oder Übergeneralisierungen führen.
Die Reihe einfach POLITIK von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erscheint seit mehr als zehn Jahren. Sie gehört zu den damaligen Pionieren der Einfachen Sprache, ähnlich wie nachrichtenleicht: als Angebote für ungeübte Leser und Leserinnen, Deutschlernende und Menschen mit sprachlichen Defiziten und Lernschwierigkeiten. Diese Angebote haben Einfache Sprache als Kontinuum zwischen Leichter Sprache (für Menschen mit Lernbehinderung) und Standardsprache betrachtet.
Inzwischen hat sich die Einfache Sprache (Plain Language) international entfaltet. Sie basiert nun auf Normen und ist zu einem Sprachangebot für ein breites Publikum geworden. Nicht mehr länger Kontinuum zwischen Leichter Sprache und Standardsprache, ist sie heute eine eigenständige verständliche Form der Standardsprache.
Was bedeutet dieser Wandel für einfach POLITIK? Dieser Frage geht ein neuer Beitrag von Sabine Manning auf Multisprech nach:
Wie drücken wir gedankliche Zusammenhänge aus? Wie können wir komplexe Sachverhalte leicht verständlich machen? Oder wie verbinden wir Aussagen, die in kurze Sätze aufgeteilt sind?
Es geht hier um die Verbindungen zwischen Sätzen, Satzteilen und Wörtern. Diese Verbindungen müssen klar, aber auch verständlich sein – je nach Ansprüchen und geistigem Vermögen der Zielgruppe.
Wieweit werden „leicht verständliche“ Sprachangebote diesen Anforderungen gerecht? Wie unterscheiden sich Texte in Einfacher und in Leichter Sprache? Diesen Fragen wendet sich Sabine Manning in einer neuen Analyse zu, unterstützt vom KI-Tool KlarCheck-Light (auf ChatGPT 5.4 im Nachdenkmodus).
Wie setzen Schreiber und Sprecher verständliche Sprache richtig ein?
Auf der didacta 2026 in Köln hat der Deutschlandfunk sein Programm „Nachrichtenleicht“ vorgestellt. Dazu waren Experten in der Live-Sendung „Campus und Karriere“*) eingeladen. Gidon Wagner von Wortliga sprach in der Sendung über irrtümliche Vorstellungen von „Leichter“ und „Einfacher“ Sprache. Seine Gedanken hatte er kurz zuvor in einem Infobrief**) geteilt. Wir wollen sie (mit seinem Einverständnis!) als Anregung weitergeben:
Theorie und Praxis: Wer über Einfache Sprache spricht/schreibt, sollte sie in der Praxis beherrschen. Wer einen Fach-/Erklär-Text schreibt, sollte dies mit Regeln der Einfachen Sprache nach DIN 8581-1 tun. Unser Portalmitglied Uwe Roth weiß, dass er mit solchen Forderungen provoziert. Aber wer von anderen Verständlichkeit fordert, sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Das beweist Respekt vor den Lesenden. Zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Kompetenz besteht ein himmelweiter Unterschied. Um diesen auszugleichen, muss man Schreiben in Einfacher Sprache trainieren. Zum neuesten Blog von Uwe Roth.
Bildung wird vererbt. Das bestätigt erneut eine Untersuchung aus Österreich: Der Bildungshintergrund der Eltern beeinflusst die Lesekompetenz fast genauso stark wie der eigene Bildungsabschluss. Laut einer Analyse von Statistik Austria zum aktuellen PIAAC-Bericht hat zwar der eigene Abschluss den größten Effekt. Das Bildungsniveau der Eltern spielt aber ebenfalls eine zentrale Rolle. Unterschiede aufgrund der Herkunft können durch formale Bildung daher nur teilweise ausgeglichen werden, betont Manuela Lenk von Statistik Austria.
Eine Machbarkeitsstudie zur Vereinfachung mittels Einfacher Sprache Gastbeitrag von Minela Bećirović Institut für Anwendungssicherheit, Technische Universität Braunschweig
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Bisher bemühen wir uns, einfach zu schreiben. Wie aber nutzen wir Einfache Sprache in Diskussionen, Vorträgen oder Interviews, also beim Reden?
Auf multisprech.org hat Sabine Manning untersucht, wie verständlich Fachleute für Kommunikation mündlich kommunizieren. Dabei geht sie folgenden Fragen nach: Sind die mündlichen Beiträge der Profis verständlicher als die schriftlichen? Welche Hürden treten in den Redebeiträgen auf? Und wie können Profis verständlicher reden?
Amtstexte sind ein Reizthema: Einerseits finden viele Menschen diese Texte unverständlich; andererseits wehren sich Verantwortliche in den Ämtern gegen vereinfachte Formulierungen. In diese Debatte trifft der Normentwurf für Juristisches Schreiben in Einfacher Sprache (ISO/DIS 24495-2:2024). Er legt dar, wie man Verwaltungstexte korrekt und zugleich verständlich schreibt. Könnten KI-Tools dieses Vorhaben unterstützen? Können KI-Tools Amtstexte verständlich machen? weiterlesen