Journalistische Texte aufbereitet für Deutschlernende

Deutsch perfekt - Einfach besser Deutsch - Ausgabe 01/2021

Die Wochenzeitung DIE ZEIT ist für exzellenten Journalismus bekannt. Nur: Für Deutschlernende sind die meisten Texte viel zu schwer, wie die von fast allen deutschsprachigen Medien. Für sie gibt es in der ZEIT Verlagsgruppe aber ein besonderes Angebot: Deutsch perfekt von ZEIT Sprachen ist eine Zeitschrift speziell für Deutschlernende – aber auch für alle anderen Menschen, die gern interessante Artikel in einfacher Sprache lesen wollen. Darin finden sie Reportagen und Interviews, die sie verstehen können.

Lernende und Lehrende in rund 125 Ländern mögen die sehr spezielle Kombination von Journalismus und Didaktik. Auch die meisten Goethe-Institute und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) nutzen Deutsch perfekt. Das Heft gibt es seit 2005. Und in dieser Zeit hat das Team der Zeitschrift sehr genau gelernt, gute journalistische Texte sprachlich leicht zu schreiben.

Große Gesellschaftsreportagen genauso wie kleine, sprachlich sehr einfache Nachrichten oder Servicetexte zu Ämtern, Traditionen und Alltag im Land: Die Journalistinnen und Journalisten von Deutsch perfekt bieten 14 Mal im Jahr sehr unterschiedliche Themen an. Allen gleich ist: Die Texte sind immer sprachlich viel leichter als in normalen Zeitschriften. Geschrieben werden sie nämlich für eines von drei verschiedenen Sprachniveaus.

Die einfachsten Texte in dem Heft sind schon auf dem Niveau A2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (GER) zu verstehen. Ein Interview auf diesem Niveau gibt es fast nur bei Deutsch perfekt. Die schwersten Texte sind zu verstehen ab Niveau B2. Und die meisten Geschichten in der Zeitschrift sind für das Niveau dazwischen geschrieben: B1. Außerdem ist in der Heftmitte ein Sprachteil mit Übungen, Grammatikerklärungen und Dialogen der Alltagssprache.

Der Unterschied zu Lehrbüchern ist groß. Die Journalisten versuchen nicht nur, sehr aktuell zu berichten. Ihre Art zu arbeiten, unterscheidet sich prinzipiell.

Lehrbuch-Autorinnen definieren zuerst, welche Wörter und welche Grammatik gelernt werden soll. Dazu passend schreiben sie dann einen Text. Das funktioniert, ist aber nicht immer so interessant.

Die Deutschperfekt-Journalisten beginnen mit der Themenwahl: Die Texte sollen Spaß machen, interessant und aktuell sein. Die Texte schreiben sie dann in so leichter Sprache, dass Lernende sie verstehen. Wie sie trotzdem über sehr viele verschiedene Themen berichten können, die überhaupt nicht unbedingt zu den klassischen Kursthemen wie Reisen, Gastronomie, Einkaufen und sich vorstellen gehören? Dazu helfen Glossare.

Fünf Prozent der Wörter eines Textes dürfen nämlich zu schwer sein für das jeweilige Sprachniveau. Diese erklärt die Redaktion in den Glossaren – natürlich auch in ganz einfachem Deutsch. Das Wort lächeln erklären die Didaktiker auf B1 zum Beispiel so: „den Mund etwas breiter machen, um Freude zu zeigen“.

Gemacht wird Deutsch perfekt von einem Team aus Journalisten und Didaktikerinnen. Dazu kommen noch eine Grafikerin und Bildredakteurinnen, denn auch visuell soll die Zeitschrift Spaß machen. „Wir investieren ganz bewusst in gute Bilder und extra für uns produzierte Illustrationen“, sagt Chefredakteur Jörg Walser. „Nur so wird aus unserer Arbeit eine echte Zeitschrift, die nicht nach Lernen aussieht.“ Neben der Zeitschrift hat die Redaktion mit www.deutsch-perfekt.com, verschiedenen Apps, auf Facebook und auf Instagram natürlich auch ein großes Onlineangebot.

Walser erklärt das Motto seines Teams so: „Guter Journalismus – einfacher in der Sprache, aber nicht einfach im Denken.“

17.11.2021

Jörg Walser
Chefredakteur Deutsch perfekt

Veröffentlicht von

ruweadmin

Uwe Roth ist Journalist, Dozent für barrierefreie Kommunikation und Texter für die Einfache Sprache. Er arbeitet beim Deutschen Institut für Normung (DIN) an Regelwerken für die Leichte und Einfache Sprache mit. Er ist zudem Mitglied in der Plain Language Association International. Uwe Roth hat Sozialwissenschaften studiert, in Brüssel als Korrespondent gearbeitet und war zehn Jahre Redakteur in einem großen Medienhaus in Stuttgart.

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