
Bildung wird vererbt. Das bestätigt erneut eine Untersuchung aus Österreich: Der Bildungshintergrund der Eltern beeinflusst die Lesekompetenz fast genauso stark wie der eigene Bildungsabschluss. Laut einer Analyse von Statistik Austria zum aktuellen PIAAC-Bericht hat zwar der eigene Abschluss den größten Effekt. Das Bildungsniveau der Eltern spielt aber ebenfalls eine zentrale Rolle. Unterschiede aufgrund der Herkunft können durch formale Bildung daher nur teilweise ausgeglichen werden, betont Manuela Lenk von Statistik Austria.
Bereits im Dezember 2024 wurden die Ergebnisse des „Programme for the International Assessment of Adult Competencies“ (PIAAC) veröffentlicht. Die Studie misst Grundkompetenzen der erwachsenen Bevölkerung in den OECD-Ländern. Das überraschende Ergebnis für Österreich: Die Zahl der Personen mit Problemen beim Lesen hat sich seit der letzten Erhebung im Jahr 2011 auf 29 Prozent nahezu verdoppelt. Im Vergleich zu den anderen OECD-Ländern landete Österreich beim Lesen deutlich unter dem Durchschnittswert (254 gegenüber 260 Punkten).
In einer Studie setzen sich Forscherinnen und Forscher von Statistik Austria nun detailliert mit den Ergebnissen auseinander. Die Lesekompetenz ist demnach von verschiedenen Merkmalen unterschiedlich stark beeinflusst. Neben dem eigenen Bildungsabschluss und dem Bildungsniveau der Eltern hat die Wahl der Schulform der Sekundarstufe I einen Einfluss auf die Lesekompetenz. In einem etwas geringeren Ausmaß spielt die Erstsprache eine Rolle. Auch der Besuch von vorschulischen Bildungseinrichtungen beeinflusst die Lesekompetenz im Erwachsenenalter. Wer drei Jahre lang einen Kindergarten besucht hat, weist später eine deutlich bessere Lesekompetenz auf (279 Punkte), als Personen, die keinen Kindergarten besucht haben (236 Punkte).
Quelle:
Education has the greatest influence on literacy skills. Statistics Austria: Press release: 14 058-251/25 (PDF)
Georg Wimmer
23.1.2026
